ERÖFFNUNG NACH KIRCHENSANIERUNG ST. KOLOMAN

300 Jahr Feier und Patrozinium am 14. Oktober 2017 zum 17.00 Uhr




Rede unseres Kirchenpflegers Stephan Schletter


Hochwürdigster Herr Weihbischof Dr. Haßlberger, hochwürdiger Herr Pfarrer Dr. Vogler, lieber Pater Altus, sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Festgemeinde aus Nah und Fern. Es freut mich, dass so viele gekommen sind, um diesen Gottesdienst mit uns zu feiern und so ihre Verbundenheit dieser Kirche gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Erlauben Sie mir zunächst ein paar Worte zur Geschichte dieses Gotteshauses:

Die Kirche St. Koloman wurde um 1717 im spätbarocken Stil als Ersatzbau einer alten Kapelle erbaut und dem heiligen Koloman geweiht. Bis 1809 gehörte dazu auch eine Eremitenschule, in der die Wiflinger Kinder unterrichtet wurden. Der erste Klausner starb 1722 und wurde in dieser Kirche begraben, wovon die Steintafel rechts neben dem Eingang zeugt. Die Kirche war eine Filialkirche der bis 1818 eigenständigen Pfarrei Wifling und wurde dann Filialkirche der Pfarrei Wörth.

Das erste Mal wurde die Kirche in den Freisinger Bistumsmatrikeln 1739 erwähnt. Dass sie eine Wallfahrtskirche war, davon zeugen heute noch einige gut erhaltene Votivtafeln an der Wand neben der inneren Tür.

Der Hochaltar wurde 1720 fertig gestellt. Das Altarbild zeigt den heiligen Koloman über seinem Tod erhoben auf einer Wolke mit einem Pilgermantel und einem Pilgerstab und zu seinen Füßen ein Zepter, eine Krone und einen Helm. Links der Engel mit den 3 Rüben erinnert an den traurigen Hintergrund zur Entstehung dieser Kirche. Ein Hüterbub hat aus Hunger ein Paar Rüben aus dem Acker seines Bauern gestohlen. Dieser erschlug ihn daraufhin in maßlosem Zorn. Als Sühneopfer stiftete der Bauer diese Kirche. Rechts im Bild der Baum, an dem Koloman erhängt wurde – man hielt ihn nämlich für einen Spion – und der nach seinem Tod der Legende nach wieder ergrünte. Über dem heiligen Koloman sind 2 Engel mit einem Lorbeerkranz, rechts zu seinen Füßen ein Engel mit einem Palmzweig als Zeichen des Märtyrers abgebildet. Im oberen Auszugsgemälde  ist wahrscheinlich Judas Thaddäus dargestellt. Rechts und links des Altarbildes sind die heiligen Märtyrer Laurentius und Sebastian abgebildet.

Seit 2014 läuft nun die aktuelle Sanierung aufgrund der sehr hohen Feuchtebelastung dieser Kirche, die in der Vergangenheit in sehr kurzen Zyklen immer wieder innen renoviert wurde. Es wurde der Sockelputz abgeschlagen und durch ein spezielles Sanierputzsystem erneuert, eine Lüftungsanlage wurde eingebaut, um den Kircheninnenraum zu entfeuchten. Nach diesen baulichen Maßnahmen wurde nun heuer noch die Kanzel, die Kreuzigungsgruppe und der Hochaltar restauriert, da sie unter der jahrzehntelangen hohen Feuchtebelastung sehr gelitten haben. Außen wurde die Straße tiefer gelegt und ein Randstein gesetzt, so dass Niederschlagswasser nun an der Kirche vorbei abgeleitet werden kann.

Damit die Maßnahme so durchgeführt werden konnte, waren viele Personen und Institutionen beteiligt:

Herzlicher Dank gebührt der fachmännischen Bauleitung durch Herrn Architekt Werner Irl aus Altenerding, der in ruhiger und fundierter Art und Weise die Sanierung begleitete.

Dank auch an die Erzdiözese München-Freising, die diese Maßnahme mit 50% der Kosten bezuschusste. Herr Weihbischof, dafür danken wir Ihnen stellvertretend.

Weiter danken möchte ich der Gemeinde Wörth, vertreten durch den Bürgermeister und seiner Stellvertreterin, für die finanzielle und tatkräftige Mithilfe durch den Bauhof.

Mein besonderer Dank gilt allen Spendern, die zur Finanzierung beigetragen haben, seien es Großspender, aber auch jeder, der ein paar übrige Münzen in den Opferstock geworfen hat. Vergelt’s Gott. Bitte lassen Sie nicht nach in Ihrer Unterstützung, der Turm wird in naher Zukunft wahrscheinlich auch saniert werden müssen.

Ein herzliches Vergelt’s Gott sage ich auch der Kirchenverwaltung, dem Festausschuss, der sich mit der Vorbereitung dieses Festtags, aber auch dem Schmücken und dem Putzen dieser Kirche beschäftigt hat, dem Siedlerverein Hofsingelding für die Mithilfe heute und jedem, der in irgendeiner Weise zur Restaurierung und zu diesem Fest beigetragen hat. Den beteiligten Firmen danke ich für eine fach- und sachgerechte Durchführung der Arbeiten.

Ihnen, hochwürdigster Herr Weihbischof, sage ich zuletzt herzlichen Dank für die Segnung unserer Kirche und die erbauende Feier dieses Gottesdienstes. Ich persönlich bin froh, dass wir diese Sanierung nun langsam abschließen können, im nächsten Jahr findet  hoffentlich die langersehnte Wiedereröffnung unserer Pfarrkirche nach dem verheerenden Brand am Ostersonntag 2016 statt.

 

Stephan Schletter, Kirchenpfleger


Bilder Festgottesdienst, Lichterprozession und Stehempfang.

Bilder Uwe Haupt