Pfarrgemeinderatswahl 2022



Wort von Prof. Tremmel und Kardinal Marx

"Am 20. März 2022 stehen die Neuwahlen des Pfarrgemeinderates in den Pfarrgemeinden der Erzdiözese an. Unser bayernweites Motto für diese PGR-Wahlen lautet: „Christ sein. Weit denken. Mutig handeln.“ Dieses Motto ruft dazu auf, mit dem weiten Blick unserer christlichen Botschaft klug, mutig und hoffnungsfroh zu handeln und so gemeinsam Kirche und Gesellschaft zu gestalten. Der Slogan soll außerdem motivieren, neue und kreative Formen des kirchlichen Zusammenlebens zu entdecken und weiter zu entwickeln. [...]

Christinnen und Christen haben über ihre vielfältigen individuellen Begabungen, Kompetenzen und Charismen hinaus auch ein gemeinsames Fundament ihrer Berufung, nämlich Taufe und Firmung. Auf dieser Basis stellen sie sich bewusst in den Dienst einer größeren Aufgabe, in den Dienst der Gemeinschaft im Glauben. Nach wie vor macht es vielen Menschen Freude für das Reich Gottes zu arbeiten und diese Arbeit im Pfarrgemeinderat für die Gemeinde und für alle Menschen im eigenen Wohnbereich zu koordinieren und zu strukturieren. Sie entfalten dadurch eine ganz besondere Wirkung, um es einmal mit der Begrifflichkeit unseres Gesamtstrategieprozesses zu formulieren. [...]"


Motto zur Pfarrgemeinderatswahl 2022

„Christ sein. Weit denken. Mutig handeln.“

So lautet das Motto der Pfarrgemeinderatswahlen 2022.

 

Christ sein

Woran erkennt man Christen? Ein bestimmtes Merkmal? Ein Markenzeichen? Nein. Zeigen wir uns als Christinnen und Christen besser in etwas Anderem:  wie wir handeln und wie wir miteinander umgehen. Sich in der modernen Gesellschaft offen als Christ erkennen zu geben, fällt vielen immer schwerer. Der eigene Glaube, das ist etwas, worüber man nicht gerne spricht. Zu persönlich. Zu intim. Zu individuell. Zu peinlich? Gerade wir als Christinnen und Christen brauchen nicht den Kopf einzuziehen. Mutig und bestimmt könnten wir die Botschaft des Evangeliums in die Welt tragen, so wie es Jesus seinen Jüngern aufgetragen hat. Dieser Auftrag gilt bis heute – weil auch die moderne Gesellschaft Menschen braucht, die geleitet von ihrem Glauben für andere einstehen.

 

Weit denken

Wir sind Weltkirche – das gilt im Großen wie im Kleinen. Der christliche Horizont endet nicht an den Grenzen der eigenen Pfarrei, nicht an denen des Heimatbistums. Unsere Aufgabe ist es, Kirche vor Ort zu gestalten und weiterzuentwickeln. Vergessen wir dabei aber nicht, was es darüber hinaus noch gibt. Weit denken, das meint auch: denken wir nicht nur an das nächste Jahr, an die aktuelle Wahlperiode vielleicht. Richten wir den Blick nach vorne, denken wir weiter, in großen Dimensionen, und entwickeln wir gemeinsam Visionen für die Kirche der Zukunft. Weil es auf uns ankommt.   

 

Mutig handeln

Die Weite des Denkens motiviert uns zum Handeln. Auch die Pfarrgemeinde kann ein „kulturelles Laboratorium“ (Papst Franziskus) sein. Gerade hier können Ehren- und Hauptamtliche sich öffentlich zu Wort melden beispielsweise bei Debatten um Ungleichheit, Migration, Klimawandel oder Bioethik. Hier wird die Rede über Gott öffentlich und weltzugewandt. Richtschnur unseres Handelns bleibt die unbedingte Würde des Menschen in seiner Einzigartigkeit und Vielfalt.